„50 Jahre Mottalift Serneus“
Ein Stück Heimat, das Generationen verbindet
Der Mottalift ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil von Serneus und bietet Wintersport für Gross und Klein. Mit seiner überschaubaren Länge und den einfachen Pisten ist er besonders familienfreundlich und ideal für Anfänger, Kinder sowie alle, die in ruhiger Umgebung ihre Schwünge ziehen möchten.
Bericht von Conradin Liesch im Intervew mit Luzia Frigg:
Man kann es kaum glauben, doch Serneus verfügt seit 50 Jahren über einen eigenen Skilift.Am «Motta-Lift» oder wie er früher hiess, «Pegi-Lift» am Fäldweg lernten alle Serneuser Kinder Skifahren.
Es heisst, wer den Motta-Lift beherrscht, kann es mit jedem Lift aufnehmen. Vorausgesetzt, es hat genügend Schnee, ist der Lift am Mittwochnachmittag und an Wochenende in Betrieb. Oder anders gesagt: Ist die Fahne gehisst, so fährt der Lift. Dazu gibt es auch ein kleines «Gaffistübli», somit ist der Lift nicht nur Anlaufstelle für wintersportbegeisterte Kids, Eltern und Paten, sondern auch ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.
Gebaut wurde der Lift im Sommer 1975. Es braucht immer einen, der vorangeht. Als sich der umtriebige Schreinermeister Gion-Max Frigg daran machte, einen dorfeigenen Lift zu planen, hiess es jedoch zuerst: «Die Zeit ist noch nicht reif für so etwas». Doch dies spornte Frigg, auf dessen Konto auch die Serneuser 4-Kampf-Olympiade (Jassen, Schlitteln, Schiessen und Skifahren) geht, erst richtig an. Er trommelte Leute zusammen und sie gingen ihm zur Hand, Anstösser, Einheimische, aber auch Gäste: Köbi Hartmann, Oski Hartmann, Willi Däscher, Ruedi Weber. Und allen voran Pegi Fehr, sodass der Lift bald seinen Namen trug. Gion-Max Frigg hinterliess nach seinem frühen Tod 1986 eine grosse Lücke, hatte er doch massgeblich zur Aktivierung des Serneuser Dorflebens beigetragen. Etwa auch mit der Gründung des Sportvereins Serneus, der unterdessen in die Pro Serneus eingegangen ist.
Mit zwei Fässern wurde das Trassee des Lifts jeweils präpariert. Am Altjahrabend wurde Fackeln aufgestellt von weither sichtbar, jedes Jahr ein anderes Motiv.
Pegi Fehr konnte als Liftwart nur wenige Jahre amten, doch der gute Geist, den er verkörpert hat, ist heute noch zu spüren. Mittlerweile ist Rico Jegen die gute Seele am Lift. Er hilft den Kleinen beim Einsteigen, ist immer mit Rat und Tat und einem freundlichen Wort zu Stelle.
Der Motta-Lift wurde später von der Gemeinde übernommen. Doch noch immer ist er ein Ort, wo Kleine ihre ersten Fahrversuche starten können – schlicht und einfach Kult!
Am 14. Februar wird das Jubiläum des Motta-Liftes in Serneus gefeiert – mit dem Wiederaufleben der beliebten Serneuser Olypiade, welche schon in den 1980er-Jahren für viel Spass sorgte.
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Technische Daten
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Liftart: Seillift / Babylift mit niedriger Seilführung
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Hersteller: Garaventa
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Länge: ca. 360 m
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Höhenunterschied: rund 60 m
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Förderkapazität: ca. 200 Personen pro Stunde
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Pistenangebot: 0,4 km präparierte Pisten (leicht)
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Betriebsweise: Saisonal geöffnet, abhängig von Schneelage – erkennbar an der „gehissten Flagge“ beim Lift
Besonderheiten
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Der Mottalift ist einfach erreichbar und mitten im Dorf gelegen.
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Perfekt für Familien mit kleinen Kindern, Schulklassen und Einsteiger.
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Lokaler Treffpunkt: Ob für erste Skiversuche oder gemütliches Zusammensein – der Lift ist seit Generationen ein Ort der Begegnung in Serneus.
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Tickets: Tageskarten, Einzelfahrten und Abonnemente sind verfügbar. Zudem gelten die Skipässe der Davos Klosters Bergbahnen.